Schule am Winterrain -

Schullandheim auf Sylt

Die Schüler*innen und die Lehrer*innen der Berufsschulstufe waren vom 30.6. bis zum 6.7.2019 auf Sylt.

Seit Wochen freuen wir uns auf Klassenfahrt unserer gesamten Berufsschulstufe nach Sylt und endlich ist es soweit! Am Sonntag, den 30.6.2019 treffen sich alle am Karlsruher Hauptbahnhof um gen Norden zu starten. Die Anreise gestaltet sich anstrengender als gedacht, denn unsere lang reservierten Plätze sind teilweise mit anderen Fahrgästen belegt und es ist sehr heiß im Abteil, da die Klimaanlage immer wieder ausfällt. Aber unsere Vorfreude auf Sylt ist viel zu groß um schlechte Laune aufkommen zu lassen. Auf der Insel erwartet uns schon der Bus der Jugendherberge Mövenberg und auf der Fahrt dorthin können wir uns schon einen ersten Eindruck auf unser „Zuhause auf Zeit“ verschaffen. Schön sehen sie aus, die kleinen reetgedeckten Häuser, die Sanddünen und vor allem natürlich das Meer! Nach dem Bezug der Zimmer und einem leckeren Abendessen wird es bald ruhig. Der Tag war lange und gegen 22 Uhr ist auch in den letzten Zimmern Ruhe eingekehrt.

Am nächsten Morgen erwartet uns das „Erlebniszentrum Naturgewalten“. Nach einer kurzen Einführung durch eine fröhliche Mitarbeiterin ziehen wir in kleinen Gruppen durch das große Zentrum und sind überrascht, was es da alles zu erkunden gibt! Mit Kopfhörern ausgestattet können wir Filme über Tiere, Landschaft und das Klima des Wattenmeeres sehen, Rätselfragen beantworten und selbst erproben, was Wellen alles unter und über Wasser bewirken. Am Ende erwarten uns oben offene Aquarien, in denen uns eine junge Frau Tiere des Wattenmeeres aus allernächster Nähe gezeigt hat. Besonders einen Seestern hätten wir gerne berührt, aber das durften wir leider nicht. Auch Seesterne wollen nicht von jedem angefasst werden – das verstehen wir! Im Souvenir-Shop des Zentrums und den umliegenden Lädchen in List werden nun die ersten Andenken und Postkarten gekauft. Dank der großzügigen Spende zweier Eltern reicht es auch noch für ein Fischbrötchen oder ein Eis. Mhhh, lecker. Dank an die Spender! Über den Deich gehen wir zurück in die Jugendherberge. Das macht Spaß, denn der Wind frischt gegen Nachmittag kräftig aus und wir erleben den frischen Nordseewind als großes Vergnügen.

Der Dienstag sollte eigentlich unser Strandtag sein. Und wie es halt so ist, wenn in einem Satz das Wort „eigentlich“ vorkommt – meistens stimmt dann was nicht. In unserem Fall ist es das Wetter. Es ist kühl und sieht nach Regen aus. Unser Alternativprogramm wird uns also über die Dünen zu einem alten Leuchtturm führen – auch schön. Wir müssen uns gegen den Wind ganz schön ins Zeug legen, sogar einen kleinen Sandsturm erleben wir. Das piekst ganz schön! Aber dann liegt sie in voller Schönheit vor uns: die Nordsee! Durch den Wind ist ein ziemlicher Wellengang und alle entschließen sich, nur höchstens bis zum Knie ins Wasser zu gehen. Alle? Nein, denn plötzlich machen sich Egor und Frau Berger startklar und stürzen sich in die Fluten. Und was wir da sehen, sieht nach Spaß für die Beiden aus. Am Ende werden es nur vier unserer Gruppe sein, die sich ins Wasser wagen, denn zwei Tage später springen auch Mohamad und Herr Wolfinger ins 18 Grad kühle Nass und behaupten später, es sei gar nicht kalt gewesen. Na, wenn sie meinen! Wir machen einen langen Spaziergang den Strand entlang zurück. Das Schöne am Inselwetter ist ja, dass es sich laufend ändert. So kommt die Sonne in immer längeren Abschnitten hervor und es bleibt Zeit um Muscheln zu sammeln, angeschwemmte Krabben und sonstiges Getier zu bewundern und ausgiebig in den leeren Strandkörben zu vespern. Auf dem Rückweg kehren wir noch in einem gemütlichen Strandkaffee ein und lassen uns heiße Schokolade schmecken. Abends werden Postkarten geschrieben und sich die Zeit auf unterschiedlichste Weise vertrieben.

Am Mittwoch steht die Kutterfahrt auf dem Programm. Nachdem am Vortag ein ordentlicher Wellengang war, sehen wir dieser Aktion mit etwas gemischten Gefühlen entgegen – werden alle Mägen „kuttertauglich“ sein? Doch alle Bedenken waren umsonst, denn pünktlich zum Start der Fahrt, zeigen sich die See und die Sonne von ihrer besten Seite. Einfach toll auf diesem Kutter! Die Gischt spritzt ab und zu über die Reling auf uns nieder und es ist unklar, wer lauter kreischt: wir oder die Möwen, die uns begleiten. Nach einiger Zeit sehen wir auf einer Sandbank eine kleine Gruppe Seerobben und immer mal wieder steckt eines dieser niedlichen Geschöpfe in der Nähe des Schiffes sein Köpfchen aus dem Wasser. Wer da jetzt wohl wen beobachtet? Ein Schleppnetz wir ins Wasser gelassen und als es wieder eingeholt wird, sehen wir Garnelen, Wellhornschnecken und auch zwei Austern im Netz. Letztere werden von Herrn Böttcher und Herrn Wolfinger verköstigt – auch nicht jedermanns Sache!

Am nächsten Tag macht das Wetter endgültig schlapp, sodass wir unser Wattwanderung absagen müssen. Von oben nass und von unten glitschig, das ist uns dann doch zu viel. Wir teilen uns in drei Gruppen auf und jeder kann sich aussuchen, was er machen möchte. Folgendes ist im Angebot: im Haus bleiben und an Spielangeboten teilnehmen, an einer kleinen Inselrundfahrt mit dem Bus teilnehmen und Westerland erkunden oder zu einer Dünenwanderung aufbrechen. Nachdem sich jeder für eines der Angebote begeistern konnte, geht‘s in unterschiedliche Richtungen los. Voller neuer Eindrücke treffen wir uns erst am späten Nachmittag wieder. Nach einer kurzen Ruhepause fangen wir an, die Koffer zu packen, denn am Abend findet unsere Disco statt und am nächsten Morgen geht es früh los.

Die Rückreise verläuft ohne Probleme und am Karlsruher Bahnhof werden wir von vielen Eltern empfangen. Alle sind froh, dass sie sich wiederhaben und kehren fröhlich nach Hause zurück.

Fazit: Es war sehr schön, mit der ganzen Stufe unterwegs zu sein, denn obwohl wir uns von der Schule alle gut kennen, sehen wir auf der Klassenfahrt doch neue Seiten, die uns unbekannt waren. Es gab nur wenig Streit, das war schön. Manchmal hatte der eine oder andere ein bisschen Heimweh, weil sechs Tage doch ganz schön lange sind. Das Beste aber war: wir haben gemeinsam viele neue Eindrücke gesammelt, an die wir noch lange denken werden!