Inklusion

Zum 1. August 2015 wurde das baden-württembergische Schulgesetz geändert. Schüler*innen mit dem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot können seitdem entweder an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) oder inklusiv an einer Grund- bzw. einer weiterführenden Schule unterrichtet werden. Die Einrichtung eines so genannten inklusiven Bildungsangebots wird durch die Begleitstelle Inklusion am Staatlichen Schulamt Pforzheim auf Antrag der Eltern koordiniert.

Die Schule am Winterrain berät und unterstützt Schulen mit inklusiven Bildungsangeboten in unserem Schulbezirk. Dort lernen SchülerInnen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einem Klassenzimmer. Die Klasse wird dabei im Team von einer Lehrkraft der Grund- bzw. weiterführenden Schule und von einer Sonderpädagogin bzw. einem Sonderpädagogen der Schule im Winterrain unterrichtet.

Grundstufe

In der Grundstufe werden die Schüler*innen in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen (JüL) unterrichtet. Im aktiv-entdeckenden Unterricht erwerben die Schüler*innen grundlegende Kompetenzen in Deutsch und Mathematik. Daneben besteht ein Schwerpunkt in der motorischen und der musisch-kreative Bildung der Schüler*innen. Die Kooperationen mit der benachbarten Otto-Riehm-Schule und der Friedrich-Weinbrenner-Schule in Neulingen ermöglichen, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen.

Hauptstufe

Die in der Grundstufe vermittelten Kompetenzen in den einzelnen Bildungsbereichen werden in der Hauptstufe in realitätsnahen Situationen gefestigt und vertieft. Das Lernen findet vermehrt außerhalb der Schule statt: So wird beispielsweise der Umgang mit Geld im Supermarkt geübt, der Einsatz der Uhr bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder das Lesen beim Kochen nach Rezept. Das Wahrnehmen der körperlichen Veränderungen während der Pubertät machen es notwendig, dass Themen wie Liebe, Partnerschaft, Gefühle, eigene Bedürfnisse, Wünsche, Stärken und Grenzen zum Unterrichtsinhalt werden. 

Entsprechend der individuellen Kompetenzen üben die Schüler*innen in der Hauptstufe das selbstständige Bewältigen des Schulweges. Das sogenannte Mobilitätstraining wird bei Ausflügen angebahnt und später gezielt eingeübt. 

Durch Praktika in den Arbeitsfeldern der Berufsschulstufe, Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, die Teilnahme am Girls'Day bzw. am Boys'Day und eine Berufswegekonferenz in Klasse 9 setzen sich die Schüler*innen mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander.

Berufsschulstufe

Das Arbeiten steht im Mittelpunkt des Unterrichts in der Berufsschulstufe. Theoretisches und praktisches Fachwissen wird in verschiedenen Arbeitsfeldern vermittelt. Die Bildungsbereiche Sprache-Deutsch, Mathematik, Mensch in der Gesellschaft und Natur, Umwelt, Technik werden in Anwendungskontexten umgesetzt. Die Schülerfirma allerHand Schüler-GmbH ermöglicht ein Arbeiten und Lernen in realitätsnahen Situationen.

Neben den unterrichtlichen Inhalten gehören Praktika, Trainingswohnen und Berufswegekonferenzen zur Unterrichtspraxis und nehmen einen hohen Stellenwert ein.

Zum Netzwerk der Berufsschulstufe gehören die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen des Enzkreises, die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen Pforzheim, der Integrationsfachdienst (IFD) Pforzheim, die Werkstätte für Menschen mit Behinderung (WfmB) der Lebenshilfe Pforzheim Enzkreis e.V. sowie viele Betriebe und Einrichtungen in der Region.

Berufsvorbereitende Einrichtung

Die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) ist eine Kooperation der Gustav-Heinemann-Schule und der Schule am Winterrain. Die BVE dient dazu, jungen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben als Erwachsene zu ermöglichen. Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Arbeiten und Wohnen. Aufgenommen werden Schüler*innen, die Tendenzen zeigen auf dem ersten Arbeitsmarkt bzw. im selbständigen Wohnen bestehen zu können.

Die Vorbereitung auf eine erfolgreiche Teilnahme am Bildungsangebot der KoBV (Kooperative Berufliche Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt), mit dem Ziel der Übernahme einer Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, erfolgt durch Orientierungspraktika und Ausbildung in den Arbeitsfeldern der BVE. Ziel ist es, erste Arbeitsreife zu erlangen.

Frühförderung

Im Montessori-Kinderhaus in Pforzheim und der Villa Emrich in Mühlacker spielen und lernen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in inklusiven Gruppen. Durch eine reduzierte Gruppenstärke steht das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen im Zentrum der pädagogischen Arbeit. Der Aufbau einer Ich-Bildung, lebenspraktischer, motorischer, sozialer und kommunikativer Kompetenzen werden als grundlegende Ziele angesehen.

Um Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bestmöglich zu fördern, kooperieren Sonderpädagog*innen der Schule am Winterrain eng mit den Erzieher*innen und den Eltern. Im Alltag, in Einzelförderung sowie in Kleingruppen werden individuelle Förderschwerpunkte umgesetzt.

Erweiterte Entwicklungsförderung

Die Erweiterte Entwicklungsförderung (EEf) ist ein zusätzliches Förderangebot im Anschluss an den Unterricht an den kurzen Schultagen. Ziel ist eine intensive Förderung der Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen. Dabei geht es um die Verbesserung der Chancen auf ein selbstständiges Leben.

An der Schule am Winterrain gibt es vier EEf-Gruppen für jeweils bis zu acht Schüler*innen, die sich montags und freitags von 12.35 Uhr bis 16.05 Uhr treffen. Die EEf erfolgt in Zusammenarbeit mit miteinanderleben e.V. Die Finanzierung erfolgt über das Landratsamt Enzkreis.